Eigentlich könnte man ja sagen, dass man ins Krankenhaus geht, um wieder gesund zu werden. Im Grunde stimmt das ja auch, doch viele wissen nicht, dass auch Krankenhäuser eine nicht zu unterschätzende Gefahr bieten, der vor allem wir Mitarbeiter durchaus schutzlos ausgeliefert sind. Krankenhauskeime nennt man das im Umgangssprachlichen. Eigentlich aber heißen diese Keime “Staphylokokkus Aureus”. Das Problem bei diesem Erreger ist, dass er in den vergangenen Jahrzehnten gelernt hat, mit Antibiotika umzugehen und dagegen resitent zu werden. Viele Mittel helfen also gar nicht mehr und der Keim kann sich im körper ganz ungehindert ausbreiten und dort großen Schaden anrichten.
erschreckend hoch ist die Verbreitung des Keims in Deutschland. Hier hat jeder Fünfte ihn und mindestens jeder Zweite hat ihn wenigstens zeitweise. Das ist eine Zahl, die einem schon Angst machen kann. Finden kann man den keim vor allem auf der Haut, den Schleimhäuten und insbesondere auch in der Nase. Man merkt eigentlich nicht, dass man den Keim hat, bis man dann eine Hautverletzung hat, durch die der Keim eindringen kann. Wenn dann auch noch das Immunsystem geschwächt ist, was bei Krankenhauspatienten ja häufig der Fall ist, kann der Keim sehr schnell Herr über den Körper werden.
Gerade auf den intensivstation indeutschen Krankenhäusern ist der “Staphylokokkus Aureus” ein wirklich gefürchteter Feind. Die Schläuche nämlich, durch die die Patienten beatmet werden, können den Keim sehr tief in die Lunge transportieren, wo dann eine heftige Lungenentzündung entstehen kann. Ganz besondrs heikel kann die Situation dann werden, wenn es sich um den MRSA handelt. Das ist der Methicillin-Resistente Staphylokokkus Aureus. Er ist besonders resistent gegen alle gängigen Antibiotika und so kaum behandelbar.
Die Resistemz kommt vor allem daher, dass Ärzte heute sehr leichtfertig mit Antibiotikum umgehen und es scheinbar willkürlich verschreiben, wenn nur ein leiser Verdacht auf eine bakterielle Infektion besteht. Patienten, die sich also mit dem MRSA infiziert haben, müssen mit seltenen und teuren Antibiotika behandelt werden. Das ist vor allem dann gefährlich, wenn diese Antibiotika heftige Nebenwirkungen verursachen, die den Körper zusätzlich belasten und schwächen.
Man kann heute sagen, dass jährlich in etwa 1500 Menschen in Deutschland aufgrund des MRSA sterben.Leider ist die Infektion nicht meldepflichtig, was ich überhaupt nicht verstehe. So kann man nicht sagen, wo der Keim besonders verbreitet ist.